Hochsensible Kinder: Der energetische Blick und 4 effektive Tools für den Alltag
Was kann hochsensible und hochsensitive Kinder im Alltag konkret unterstützen? Welche Tools helfen ihnen, in ihrer Balance zu bleiben? Wie kannst du deinem Kind helfen, seine Grenzen besser zu spüren? Und was brauchen diese Kinder im Vergleich zu "normal"-sensitiven Kindern? Ich beschreibe in diesem Artikel 4 energetische Tools: Schutzmantel, Wasser, Tore schließen & Sonnenatmung – für mehr Balance im Alltag.
ELTERN-KIND-BEZIEHUNGHOCHSENSIBILITÄT
Johanna Geiger
9/10/2026
Was bedeutet Hochsensibilität bei Kindern?
Ich habe bereits im Artikel "Hochsensible Kinder stärken und unterstützen" einiges beschrieben. Lies ihn dir unbedingt auch durch.
In diesem Blogartikel beschreibe ich:
Was die Energetik zur Hochsensibilität sagen kann
Welche 4 Tools aus meinem herz:kompass-Kartenset hochsensible Kinder stärken können
Zusammenfassend noch einmal die Merkmale von Hochsensibilität
Hochsensibilität bedeutet:
Eine große Feinfühligkeit
Starke Wahrnehmung von Stimmungen und Gefühlen – auch bei anderen
Überempfindlichkeit in den Sinnesorganen, besonders bei:
grellem Licht
lauten Geräuschen
starken Gerüchen
Hohe Ablenkung bzw. Überforderung bei hoher Reizdichte
Die Hellsinne sind oft stärker ausgeprägt
Hinweis: Die Merkmale sind nicht immer von ADHS abzugrenzen, sondern sie vermischen sich stark.
Typische Eigenschaften hochsensibler Kinder
Sie entwickeln sehr früh eine hohe Beobachtungsgabe, um ihr Umfeld einzuschätzen und Zwischentöne wahrzunehmen
(siehe dazu auch meinen Artikel über Bindung & Hochsensibilität)Sie gelten oft als einfühlsam, emotional und haben einen Blick für das Detail
Sie können bei Überforderung schnell an Fokus und Präsenz verlieren
Sie werden müde, erschöpft, quengelig, unaufmerksam oder verlieren sich in Tagträumen
Mögliche körperliche & emotionale Symptome bei Überforderung
Emotionale Ausbrüche
Bauchweh
Erschöpfung
Unruhe, Konzentrationsprobleme
Appetitlosigkeit
Schlafstörungen
Bewältigungsstrategien hochsensibler Kinder
Durch ihre hohe Wahrnehmung und die komplexere Verarbeitung von Informationen übernehmen sie schnell Emotionen, Verantwortlichkeiten und Fremdenergien aus ihrem Umfeld, die dann wiederum Stress in ihrem System auslösen.
Bestimmte Bewältigungsstrategien werden in der Folge in der Kindheit entwickelt, um die Feinfühligkeit zu deckeln oder nicht mehr zu spüren:
Verleugnung der eigenen Fähigkeiten
Verweigerung von Aktivitäten oder Kontakt
Bindungsangst – Angst vor Nähe und Bindung
Impulsivität – unkontrollierte Reaktionen
Überanpassung – sich selbst aufgeben, um dazuzugehören
Leben in Illusionen und falschen Vorstellungen über sich und die Welt
Überrationalität – Gefühle durch Logik ersetzen
Hochsensibilität & Neurodiversität – Der energetische Blick
Hochsensibilität ist ein Thema, mit dem sich auch meine angehenden Coaches in der Familiencoach-Ausbildung befassen.
Wir haben uns in der Ausbildung mit einem etwas anderen Blick auf Neurodiversität beschäftigt – der nicht nur streng dem gesellschaftlichen Narrativ folgt, sondern die eigene energetische Wahrnehmung aus einer hohen Perspektive und Weite zulässt.
Wir haben in der Ausbildung diese Fragen gemeinsam bewegt:
Gibt es „das neurotypische Mittelmaß“ überhaupt – oder wurden nicht viele einfach dorthin konditioniert?
Ein neurotypisches Mittelmass lässt sich zwar erkennen, doch viele gehören dort ursprünglich nicht hin. Sie wurden konditioniert und über Anpassung sind sie im Mittel gelandet. Der Punkt ist: es kostet sie viel Energie und sie fühlen sich dort nicht richtig wohl. Es verlangt von vielen enorme Anpassungsleistung und Anstrengung.
Wer entscheidet, was normal und neurotypisch ist? Wem dient diese Norm?
Die "Gesellschaft", in diesem Sinne "das System" entscheidet darüber, was neurotypisch ist. Wir müssen also das nicht alles als "die Wahrheit" sehen. Vielmehr müssen wir auch die Strukturen hinterfragen, die uns klassifizieren und einordnen, die Studien in Auftrag geben und Schulen einrichten. Ist die Haltung derer, die die Rahmenbedingungen setzen zum höchsten Wohl? Energetisch nehmen wir wahr: eher nicht.
Ist der Mensch krank oder eher das System?
Hier verweise ich auf den letzten Abschnitt. Wenn die Rahmenbedingungen krank machen, kann der Mensch darin auch nur krank werden.
Dienen Diagnosen in diesem Sinne der Anpassung oder wirklich dem Menschen?
Hier war die klare Wahrnehmung aller: Diagnosen dienen der Anpassung des Menschen und der Selbsterhaltung des Systems.
Welche Instanz oder Intelligenz ist mit der Komplexität und Diversität überfordert? Welche Instanz bewertet? Welche Konsequenzen müssten wir daraus ziehen?
Das System selbst ist es, das mit der Diversität überfordert ist. Beziehungsweise würde es gar nicht erhalten bleiben, wenn Diversität wirklich gelebt würde. Systeme leben immer von Ordnung, Anpassung und Vereinfachung. Schubladendenken ist ein Teil und Fundament von Systemen wie Schule, Staat, etc. Auch hier wäre wieder ein völliger Umbruch von Systemen nötig, um das Problem wirklich an der Wurzel zu packen.
Wenn sich das Gehirn nur in der sozialen Interaktion mit dem Umfeld entwickelt – wie können wir dann davon ausgehen, dass eine Neurodiversität schon von vornherein festgelegt ist?
Wenn wir Bindung und Bonding beim Säugling und Kleinkind betrachten, dann entwickelt sich das Gehirn unmittelbar aufgrund der Bonding-Erfahrungen in den ersten Lebensjahren und -monaten. Neurodiversität kann damit ausgeprägt werden oder nicht. Ich habe es auch in einem anderen Blogartikel beschrieben: Hochsensibilität ist sehr oft eher eine Folge von Bindungsirritation als dass sie "angeboren" ist.
Allerdings muss man auch sehen, dass es hellsichtige Menschen (Schamanen, Medizinmänner, weise Frauen) immer schon in allen Kulturen gab. Sie hatten eine wichtige Funktion. Doch sicher waren es nicht 30-60% der Bevölkerung, sondern eher vielleicht 5-10%.
Unsere wichtigsten Erkenntnisse in der Ausbildungsgruppe:
Wir stehen in unserer Gesellschaft insgesamt erst am Anfang, um zu begreifen, was diese Thematik bedeutet
Es lohnt sich, alle Thesen und Annahmen zu hinterfragen, weil wir zutiefst konditioniert sind. Insbesondere den Rahmen /das Framing von Gesellschaft muss in Frage gestellt werden.
Es lohnt sich auch, einen Blick in die nicht-westliche Welt zu werfen: gibt es Neurodiversität bei indogenen Völkern?
Meine 4 energetischen Tools für hochsensible Kinder im Alltag
Welche energetischen Tools können dein Kind unterstützen? Hier eine Auswahl für Kinder ab ca. 4 Jahren aus meinem herz:kompass, die ihr gemeinsam durchführen könnt – du als Erwachsener leitest an. Oder ihr könnt euch gemeinsam meine Audios dazu anhören (ich habe sie dir unten verlinkt).
1. Schutzmantel
Wirkung: Geborgenheit & Sicherheit
Beste Zeit: Vor neuen Situationen
Dauer: ca. 5–10 Minuten
2. Wasser
Wirkung: Reinigung & Loslassen
Beste Zeit: Nach belastenden Tagen
Dauer: ca. 5–10 Minuten
3. Tore schließen
Wirkung: Abgrenzung & Schutz
Beste Zeit: Abends vor dem Schlafen
Dauer: ca. 3–5 Minuten
4. Sonnenatmung
Wirkung: Kraft tanken & Präsenz stärken
Beste Zeit: Nach der Schule / Abends
Dauer: ca. 5–10 Minuten
Für wen sind diese Übungen geeignet?
Kinder ab ca. 4 Jahren
Hochsensible und hochsensitive Kinder, aber sie sind für alle Kinder wertvoll, um sich zu balancieren
Hilfreich bei Überforderung, Reizüberflutung und Stress, zum Ausgleich und zum Spüren der eigenen Energie
Los geht`s mit den Übungen:
1. Der Schutzmantel – für Schutz & Geborgenheit
Leite dein Kind in einer kleinen imaginären Reise an, sich einen eigenen Schutzmantel zu kreieren.
Anleitung für die Schutzmantel-Reise:
Stelle deinem Kind folgende Fragen – langsam und mit Pausen:
Wie lang und groß ist dein Schutzmantel?
Welche Farbe hat er? Aus welchem Material ist er gemacht?
Wie leicht oder schwer fühlt er sich an?
Möchtest du ihn noch ausschmücken, mit Sternen, Glitzern oder ähnlichem?
Möchtest du noch ein Krafttier in deinen Schutzmantel einladen?
Welche Kraft oder besondere Fähigkeit verleiht dir dieser Schutzmantel?
Wie sicher und geborgen fühlst du dich unter ihm?
In welchen Situationen kannst du diesen Schutzmantel gebrauchen?
Praxistipps:
Lass dein Kind in der Reise direkt Rückmeldung zu den einzelnen Fragen geben
Es kann am Ende sich selbst und den Schutzmantel auch als Bild malen
Mache diese Reise einige Male oder einfach immer wieder regelmäßig im Alltag
Erinnere dein Kind in neuen Situationen oder an schlechten Tagen daran, den Mantel vor dem Rausgehen anzuziehen
2. Das Wasser – Reinigung & Loslassen
Durch diese Übung lernt dein Kind, sich zu reinigen und die vielen Informationen oder Fremdenergien loszulassen, die es über den Tag in sich angesammelt hat.
Anleitung für die Wasser-Übung:
Vorbereitung:
Leite dein Kind an, sich in Gedanken unter einen großen Wasserfall zu stellen
Du kannst dazu eine Musik mit Wassergeräuschen, Regenklängen oder Ähnlichem laufen lassen
Durchführung:
Dein Kind soll nun alles, was nicht zu ihm gehört und alles, was es nicht mehr braucht, in die Erde abfließen lassen
Wiederhole während der Reise immer wieder den Satz: "Du bist jetzt ganz rein und klar."
Gefühle integrieren:
Sprich auch mit deinem Kind darüber, ob heute ein Gefühl besonders stark war
Lasst dann auch dieses Gefühl mit dem Wasserfall in die Erde abfließen
Praxistipp:
Du kannst diese Reise auch anleiten, wenn dein Kind in der Badewanne sitzt – das verstärkt den Effekt durch die reale Wassererfahrung
3. Die Tore schließen – Abgrenzung lernen
Durch diese Übung kann dein Kind sich besser schützen und abgrenzen von außen.
Anleitung für das Tore-Schließen:
Zeitpunkt:
Am besten am Abend vor dem Schlafengehen
Durchführung:
Geht den Tag durch – wo ist dein Kind überall gewesen?
Schließt die Türen zu allem, was es erlebt hat:
die Tür zur Schule
die Tür zu den Freunden
die Tür zum Sportverein oder ähnlichem
eben zu allen Orten und Menschen, mit denen dein Kind heute in Kontakt war
Schließt am Ende die Tür zu allem, was ihr vergessen habt
Bewegung:
Beim Schließen der energetischen Tore dürft ihr gerne eine Handbewegung machen, so als würdest du eine Tür schließen
Wirkung: Da nun alle Tore geschlossen sind, kann kein unerwünschter Energieabzug oder -austausch zu diesen Orten und Menschen mehr stattfinden.
4. Die Sonnenatmung – Kraft tanken & Präsenz stärken
Diese Übung erinnert dein Kind an die eigene Kraft, stärkt die Präsenz und tankt die Energiereserven auf.
Anleitung für die Sonnenatmung:
"Stelle dir über deinem Körper deine Sonne vor. Sie gehört nur dir allein. Sie strahlt warm und hell."
(Zeit lassen, um sich das vorzustellen)
"Nun zieh mit dem Einatmen die goldenen Strahlen deiner Sonne zu dir und lass sie mit dem Ausatmen sich verteilen, bis in die Fingerspitzen."
(Zeit lassen, um sich das vorzustellen)
"Nun zieh als nächstes mit dem Einatmen die goldenen Strahlen deiner Sonne zu dir und lass sie mit dem Ausatmen sich verteilen, bis in deinen Bauch."
(Zeit lassen, um sich das vorzustellen)
"Als letztes zieh mit dem Einatmen die goldenen Strahlen deiner Sonne zu dir und lass sie mit dem Ausatmen sich verteilen, bis in deine Fußsohlen."
(Zeit lassen, um sich das vorzustellen)
"Und wenn du magst, zieh noch ein letztes Mal die goldenen Sonnenstrahlen zu dir und erlaube ihnen, sich um dich herum zu verteilen, wie ein goldener Mantel, der dich einhüllt in Geborgenheit, der dich beschützt und dir ganz ganz viel Kraft gibt!"
Praxistipps:
Gut geeignet nach der Schule/Kindergarten
Auch wunderbar am Abend vor dem Einschlafen
Die Übung kann täglich wiederholt werden
Fazit: Kleine Übungen – große Wirkung
Hochsensible Kinder sind keine "schwierigen" Kinder. Sie nehmen die Welt auf eine besonders feine Weise wahr – und das ist eine Gabe, aber auch eine Herausforderung.
Mit diesen 4 energetischen Tools kannst du deinem Kind helfen:
seine Grenzen besser zu spüren
Stress und Fremdenergien loszulassen
Kraft zu tanken und in Balance zu kommen
sich geborgen und sicher zu fühlen
Die Übungen brauchen nur wenige Minuten am Tag – und sie können den Unterschied machen zwischen einem überforderten und einem gestärkten Kind.
Jetzt bist du gefragt!
Hast du ein hochsensibles Kind oder arbeitest du mit hochsensiblen Kindern?
Welche der 4 Übungen möchtest du als Erstes ausprobieren?
Lies auch meine anderen Artikel:
ADHS oder Hochsensitivität? (Artikel folgt...)
5 Anzeichen dafür, dass deine Hochsensitivität Folge einer Bindungsverletzung ist
Energetische Meditationen für Kinder (CD/Album)
Meine Schutzmantelmeditation für Kinder
Bist du oder dein Kind hochsensibel? Finde es heraus mit meinem Test
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