Warum funktionieren manche Familien - und andere scheinbar nicht?
Warum sind die Beziehungen bei den einen harmonisch - und bei den anderen prinzipiell konfliktbehaftet?
Warum haben manche Familien ständig Probleme und Herausforderungen - und bei anderen "flutscht" es ganz unkompliziert?
Warum fühlen wir uns in manchen Familien sofort wohl und geborgen - und andere empfinden wir als anstrengend und energieraubend?
Vielleicht liegt es ja an den systemischen Gegebenheiten, die der Familie zu Grunde liegen. Diese Systemische Ordnung ist nicht willkürlich, sondern sie ist Ausdruck des eigenen Lebens, der Thematiken, welche die einzelnen Familienmitglieder mitbringen.
Viele Eltern sind sehr viel damit beschäftig, zu eruieren, wo und warum das eigene Kind nicht ins System passt und irgendwo durchs Raster fällt.
Meine These lautet: wenn wir den Blick wieder mehr nach INNEN richten, auf den Kern und die natürliche Ordnung der Familie, können wir viel mehr Erkenntnisse und Lösungen gewinnen.
Wir bekommen mehr Verbindung, Harmonie, Klarheit. Wir können leichter Grenzen setzen und unsere Worte haben ein anderes Gewicht. Wir müssen weniger mit Kontrolle, Druck und Manipulation arbeiten. Wir sehen und erkennen, WAS natürlicherweise GEDACHT IST. Wir brauchen dadurch auch weniger Therapien, Beratungen, Behandlungen oder Medikamente. Denn ein Kind, das in einer harmonischen Ordnung aufwächst, wird weniger krank, ist resilienter, und kann sein Wesen auch in der oft Kinderfeindlichen Welt der Schule erhalten, was langfristig zum persönlichen Glück und der psychischen Gesundheit beiträgt.
Ich möchte Dir als erstes erklären, was die natürliche Ordnung der Familie ist, wenn wir sie aus der systemischen Perspektive betrachten.
Was ist der systemische Ansatz?
Der systemische Ansatz hat sich aus der Familientherapie entwickelt. Die Therapeuten hatten festgestellt, dass das Individuum immer im Kontext seines Umfeldes gesehen werden muss, wenn die Therapie nachhaltig erfolgreich sein will. Das Verhalten des Klienten ist also immer eine "Anpassungsleistung", um in das entsprechende Umfeld zu passen. Und wenn das Umfeld - die Familie - nicht gesund ist, kann dieses Verhalten auch Leiden verursachen.
Ich mache zur Verdeutlichung ein Beispiel:
Ein Kind kann sich unter einen autoritären Vater unterordnen, es passt sich damit im System an, um möglichst wenig Aggression vom Vater abzubekommen. Wenn es sich unterordnet, erhält es seine Zustimmung und Wertschätzung. Gleichzeitig zahlt das Kind einen Preis, denn es muss dafür das eigene Wesen unterdrücken und Wesenszüge wie Ausgelassenheit, Bewegung, Spontanität, Lust, Lebendigkeit verleugnen. Das Kind muss sein eigenes Verhalten somit den Grossteil der Zeit "kontrollieren" und "unter Kontrolle" halten. Die dadurch entstehende Spannung und das Leiden des Kindes ist zunächst unauffällig, wird aber vermutlich mit der Zeit sich irgendwo ausdrücken (müssen), sei es über den Körper, also über psychosomatische Beschwerden oder über Auffälligkeiten in anderen Kontexten, in denen das Kind endlich Spannung ablassen kann oder einfach "nach Hilfe ruft".
Bevor es systemische Ansätze und Familientherapie gab, hatte man nur Einzeltherapien durchgeführt. Der Einzelne wurde als das Problem gesehen, in unserem Fall wäre der Einzelne das Kind. Wenn wir systemisch denken und den Blick auf die ganze Gruppe richten, sehen wir aber, dass die Ursache wo anders liegt. Natürlich kann auch in einer systemischen Einzeltherapie der Blick auf die Vater-Kind-Beziehung gelegt werden. Es ist nicht immer notwendig, dass alle Familienmitglieder anwesend sind. Aber sie dürfen für die Lösungsmöglichkeiten "mitbetrachtet und -gedacht" werden.
warum ist systemisches denken lösungsorientiert?
Systemische Ansätze führen schneller und fokussierter zu Lösungen, da die Ursache auch wirklich aufgedeckt werden kann. Wenn ich den Blick weglenke vom "Problemkind" kann ich endlich den Blick auf die Beziehungsgeflechte des Kindes wenden, und werde vermutlich hier die Ursache finden. Systemische Ansätze beziehen alle möglichen Beziehungen in die Ursache und Lösung mit ein, sogar Ahnenlinien.
Leider gibt es immer noch sehr viele Menschen, die am "Problemkind" herumdoktern, und dem Kind damit ziemlich unrecht tun.
die systemische ordnung
Ein wesentliches Merkmal von Systemen ist ihre kohärente und natürliche Ordnung. Kohärent bedeutet: im Einklang. Wenn das System also gesund ist, dann kann durch die natürliche Ordnung die Energie frei fliessen und das spüren wir in einer gewissen Harmonie, einem Wohlgefühl. Das System ist dann ausgeglichen und in Balance, weil jeder auf seinem Platz das ist und tut, was für den einzelnen vorgesehen ist. Wir können das vergleichen mit einem innewohnenden schöpferischen Programm, das sich in allen Wesen zeigt: eine Blume wird sich immer auf die gleiche Weise entfalten, ein Kleinkind wird nach einem bestimmten reflexbestimmten Programm laufen und sprechen lernen...
In indigenen natürlichen Völkern ist das schöpferische Programm der Familie noch voll aktiv, während es in unserer oft entnaturalisierten künstlichen technischen Welt gestört und irritiert wird (zum Teil womöglich auch mit Absicht, aber das ist ein anderes Thema). Das intuitive Wissen darüber ging schon lange verloren und viele Eltern fühlen sich deshalb mehr oder weniger orientierungslos und überfordert. Durch "übermässige Kontrolle" versuchen sie die Kinder zu führen. Doch das ist gar nicht der Sinn der Familie. In der gesunden Familie geht es sehr wenig um Kontrolle. Es geht viel mehr um Weite, um freie Entwicklung, um Vertrauen und aufrichtige Beziehung. All das kann aber nur erlebt/gelebt werden, wenn Du wieder verstehst, was Familie ist, wie ihre natürliche Ordnung gedacht ist, und wie Du diese unterstützt.
Wodurch entsteht balance im gesunden system?
- Jeder im System hat seinen Platz. In einer Familie sind also die Eltern auf ihrem Platz der Eltern. Das Kind ist auf dem Platz des Kindes und zwar der Erstgeborene auf dem Platz des ersten Kindes, usw.
- Es sind keine fremden Menschen mit im System. Auch keine Oma, keine Nanny usw.
- Die Verantwortlichkeiten sind so verteilt, wie das der natürlichen Ordnung entspricht. Die Eltern sind für die Kinder verantwortlich - nicht umgekehrt. Die Eltern schenken den Kindern Zeit, Aufmerksamkeit und Energie. Die Kinder sind Lernende, die Eltern sind führende Vorbilder.
- Die Kinder können ihr Wesen in diesem Familiensystem frei ausdrücken und sich entsprechend ihrer Anlagen entwickeln. Sie müssen sich nicht verstellen, sondern können sich authentisch zeigen. Das System sichert also ihren Selbstwert.
- Das System wird von den Mitgliedern als wohlwollend, ausgleichend, nährend und sicher wahrgenommen.
- Die Familienmitglieder fühlen sich der Familie zugehörig und verhalten sich ihr gegenüber aus freien Stücken loyal.
Warum ist die verbindung von systemik & Energetik sinnvoll?
Die Systemische Sichtweise erklärt mir, was im Familiensystem passiert. Die Energetik klärt diese Ursachen schnell und effektiv.
Ich möchte ein Beispiel machen:
Ein Kind benimmt sich bockig und wütend, als es von der Mutter im Kindergarten abgeholt wird. Die Mutter kann sich das nicht erklären. Sie ist nun ihrerseits wütend auf das Kind, weil es sich nach einem tollen Spielevormittag so "undankbar" zeigt und sich nicht freut, sie zu sehen.
Was ist hier passiert? Aus systemischer Sicht kann sich zeigen:
- Die Mutter ist nicht auf ihrem Platz. Sie ist noch in Gedanken bei der Arbeit und den vielen Dingen, die sie heute erledigen muss. Das Abholen des Kindes empfindet sie unbewusst gerade als Pflichtprogramm.
- Das Kind ist nicht auf seinem eigenen Platz. Es ist mit seinem ganzen Wesen noch voll im Spiel und im Feld der Kindergartengruppe. Das Spiel ist innerlich noch nicht abgeschlossen, es wird nun aber von der Mutter dort "herausgerissen".
- Als das Kind sich wütend zeigt, triggert das etwas in der Mutter und ihre soziale Reife sinkt herab auf 5 Jahre. Etwas in ihrem 5-jährigen Ich zeigt sich als Verletzung, die sie aber nicht bewusst präsent hat. Allerdings kann sie in dieser geringen sozialen Reife nicht angemessen empathisch reagieren, sondern wird nun ihrerseits wütend, was den Konflikt hochschaukelt.
Wichtige energetische Parameter sind für mich hier:
- der eigene Platz
- die soziale Reife
- die Ladung (= Spannung)
Alle drei sind nicht im Optimum. Die Parameter und das, was sich an Dynamik zeigt, kann kinesiologisch ausgetestet werden. Und anschliessend werden die Parameter durch die energetische Klärung wieder ausgeglichen. Diese Arbeit kann jede:r für sich erlernen, z.B. in meinen Herzkompass© Trainings oder meiner Ausbildung.
Du musst die zusammenhänge kennen, um richtig zu handeln
Im Beispiel hat die Mutter das Verhalten des Kindes persönlich genommen. Sie hat die Schuld im Kind gesehen und sein Verhalten stark kritisiert. Allerdings werden ihre Versuche, dem Kind Grenzen zu setzen und auf seine Wut einzuwirken, relativ wirkungslos bleiben, weil sie erstens nicht auf ihrem Platz als Mutter ist und zweitens aus ihrem verletzten bedürftigen Kind-Ich statt aus der souveränen Mutter agiert.
Eltern tun sich manchmal schwer, in einer solchen Situation zu verstehen, dass - obwohl sich DAS KIND "so benommen hat" - sie trotzdem als Eltern in der VERANTWORTUNG bleiben. Nicht das Kind ist verantwortlich, die verrutschte Ordnung in der Familie wiederherzustellen, sondern die Eltern.
Als Elternteil trägst Du die Verantwortung für die systemisch Ordnung. Punkt.
So wie Du auch die Verantwortung für das Einkaufen, die Orga, das Aufräumen der Wohnung usw. trägst. Erst wenn unsere Kinder erwachsen werden (ca. ab 15/16 Jahren), können sie immer mehr für ihre eigene systemische Ordnung sorgen (vor allem dann, wenn sie diese gesunde Ordnung überhaupt kennen und wir zuvor für sie gesorgt haben).
Ich bin der Meinung:
Jeder Elternteil sollte die wertvollen Kenntnisse über die Grundlagen der Energetik und der systemischen Zusammenhänge lernen, um seine kleine Welt ein Stück kohärenter, harmonischer und
glücklicher zu machen - und damit langfristig dem Frieden und der Verständigung auf der gesamten Welt zu dienen (wie im kleinen so im Grossen). Und um Probleme einfach optimaler lösen zu können
als sonst. Es bleiben uns dadurch viele Gänge zu Beratungsstellen, Ärzten, Therapeuten usw. erspart, wenn wir von Grund auf diese Prinzipien lernen und HÜTER DER FAMILIÄREN
ORDNUNG werden.
Ich brenne dafür und gebe leidenschaftlich diese Themen weiter. Melde Dich gerne bei mir, wenn Du in meiner nächsten Ausbildung dabei sein willst. Denn hier lernst Du ELTERNSEIN 3.0!
Es gibt viele gut gemeinte und gut geschriebene Elternratgeber über Kommunikation, Bindung usw. Aber in jedem dieser Ratgeber vermisse ich die hier beschriebene Perspektive. Und wenn Du diese einmal kennengelernt hast, dann kannst und willst Du nicht mehr zum "Normal" zurück. Und falls Du verschiedene Dinge davon anwenden möchtest, wie zum Beispiel die Gewaltfreie Kommunikation, dann wird das alles umso grandioser, wenn Du die systemisch-energetische Perspektive dem zu Grunde legst.
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