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Bedürftige Eltern - was bedeutet das für Kinder?

 

Es gibt eine kleine Sache, welche die Erziehung deines Kindes ziemlich beeinträchtigen kann. Aber nur die wenigsten Menschen wissen darüber oder sind sich dessen bewusst: es geht um BEDÜRFTIGKEITEN. Und zwar auf Elternseite.


Bedürftige Eltern sind Eltern, die mit sich selbst nicht zufrieden sind. Sie fühlen sich im Mangel und im Opfer - bewusst oder unbewusst. Bedürftige Eltern haben einen Mangel an Zuwendung, Liebe, Anerkennung oder Selbstbestimmung erfahren und tragen diesen Mangel vor sich her. Sie übertragen diesen auf ihre Kinder und "nutzen" unbewusst ihre Mitmenschen aus, um den Mangel zu stillen. Da sie sich selbst als Opfer sehen, müssen andere schuld sein an ihrem Leid. 

 

Zusammengefasst kann man sagen:

  1. Sie manipulieren unbewusst andere, um von ihnen die fehlende Zuwendung, Liebe, Anerkennung oder Selbstbestimmung zu bekommen (auch ihre eigenen Kinder)
  2. Sie lassen ihre Wut oder ihre Unzufriedenheit oft an ihrem Umfeld aus und schieben die Schuld anderen zu (auch ihren eigenen Kindern)

 

Klingt krass? Unsere Gesellschaft ist tatsächlich voll von bedürftigen Eltern und bringt immer neue hervor. Die Grundvoraussetzungen des Systems sind so strukturiert, dass Mangel sehr schnell entsteht, Opferhaltung gefördert und Bedürftigkeiten sogar bewusst produziert werden (z.B. über die gesamte Werbeindustrie, die uns etwas verkaufen will). Die Leistungs- und Kapitalismusgesellschaft bringt eher unzufriedene unglückliche Menschen hervor als solche, die tief mit sich verbunden sind und sie profitiert auch von ihnen. Die Entnaturalisierung und Entmenschlichlichung durch Medien und KI verstärkt diese Entwicklung.

 

Alles, was ich im folgenden schreibe: bitte brich nicht in Panik aus, wenn du dich darin wieder erkennst. Es betrifft den Grossteil der Eltern! Und du bist genau jetzt hier gelandet, weil du tief in dir spürst, dass es einen Wandel braucht und dass jeder einzelne von uns gerufen ist, diesen Wandel mitzugestalten: hin zu mehr Menschlichkeit, Präsenz und Liebe.

 

was bedeutet das für die kinder?

 

Kinder von bedürftigen oder unzufriedenen Eltern erleben ihre Eltern meistens nicht als selbstwirksam, denn wer im Opfer ist, sieht wenig Handlungsspielraum. Die Eltern sind daher oft keine emotional stabilen Anker für die Kinder, die ihnen tiefes Vertrauen vermitteln, sondern sie sind selbst sehr viel mit ihren emotionalen Befindlichkeiten, Unsicherheiten und Ängsten beschäftigt. 

Das führt wiederum dazu, dass die Präsenz und bedingungslose Liebe in der Begleitung der Kinder fehlt. Kinder werden zum Objekt und erleben sich dabei selbst wieder als Opfer, weil sie für die Sehnsüchte der Eltern instrumentalisiert oder über ihre Ängste kontrolliert werden.


Wer als Eltern in der eigenen Kindheit keine echte Bindung und Sicherheit erlebt hat, wer in unsicheren globalen Zeiten ohne Gemeinschaft aufgewachsen und durch frühe Fremdbetreuung oder unser Schulsystem „gegangen“ ist, der muss sich erst einmal selbst finden, sein eigenes authentisches Selbst wieder entdecken, bevor er für Kinder ein Vorbild sein kann. Und das ist bei den meisten Eltern der Fall, weil nur wenige all das ohne Schaden überstehen (auch wenn das allgemeine Narrativ etwas anderes erzählt).


Der Wunsch nach Nachkommen ist im Menschen zwar angelegt. Aber um Kinder fühlen und führen zu können, braucht es die eigene Identität und Integrität. Dafür diente in früheren Zeiten und in natürlichen Völkern die Zeit des Heranwachsens. Dafür gab es Aufgaben und Riten, an denen die Jugend wachsen konnte. Es gab Erwachsene mit einer Reife, die Vorbild war. Aber mittlerweile wachsen Kinder in Gruppen von Kindern auf, die sich gegenseitig kein Vorbild sein können. Die soziale Reife sinkt in diesen Gruppen (Stichwort Gleichaltrigenorientierung). 

 

Kinder sehen und erleben zu grossen Teilen Erwachsene, die sich selbst nicht lieben, die ihr Leben nicht mögen und die überfordert sind. Die möglicherweise ihren erlebten Mangel über Geld und Status kompensieren, aber keine echte Tiefe in Beziehungen mehr leben können.


Jugendlichen denken sich dabei: "So will ich auf gar keinen Fall werden." Aber auch ihnen fehlt dann das Vorbild, wie es anders gehen könnte. Dies alles führt zu einer Spirale der Orientierungs- und Identitätslosigkeit, aber auch zur Sinnlosigkeit, die sich nachher oft in Gewalt, Süchten oder neospiritueller Suche ausdrückt. 

 

Würden wir Kindern die Grundlage dessen geben, was schon immer für ihre Entwicklung essentiell war, könnten sie sich an uns orientieren. Spiritualität und Sinnhaftigkeit ist im Kleinkind angelegt. Es bedeutet zum Beispiel das Wissen um die Verbundenheit, das Gefühl für Natur und für das Erleben und Schützen des eigenen Seins (der eigenen Würde). 

 

Was brauchen unsere kinder als grundlage?

 

Kinder brauchen Eltern, die

  • sich selbst schätzen und lieben können
  • liebevoll mit anderen umgehen und Menschlichkeit zeigen
  • präsent sind und sich als schöpferisch erleben 
  • Kraft in sich selbst finden
  • dem Leben vertrauen
  • ihrer Freude, Lust und Begeisterung folgen
  • sich der Natur zuwenden statt ihren Smartphones 

Um diese Dinge zu leben, muss man den eigenen schöpferischen Wesenskern spüren, zu seinem eigenen Wesen einen Bezug haben. Wer sein authentisches Selbst hinter Masken, Fassaden, Mustern und Status verschüttet hat, kommt dort oft ohne fremde Hilfe nicht mehr hin. 

 

Wer diese Dinge aber lebt, muss nicht mehr bedürftig durch die Gegend rennen. Er muss nicht mehr andere dazu benutzen, sich kurzfristig einen Vorteil oder Gewinn zu verschaffen. Er muss nicht mehr anderen die Schuld geben. Die These lautet:

 

Wer selbst glücklich ist, kann seine Kinder zu glücklichen Menschen erziehen.

Wer selbst aber unzufrieden ist, wird auch andere unzufrieden machen. 

 

die opferspirale des bedürftig-seins verlassen

 

Wie kommst du aus dieser Opferspirale der Bedürftigkeiten wieder heraus?

  1. Frage dich, wer du warst, bevor du in den Kindergarten oder die Schule kamst. Was hat dich damals glücklich gemacht?
  2. Frage dich: Wo liegt meine grösste Sehnsucht? 
  3. Schreibe dir deine Lebensträume auf und Teilschritte, die dich dorthin führen
  4. Frage dich: Wo kann ich im Kleinen wie im Grossen Einfluss auf mein Leben nehmen? Wann fühle ich mich schöpferisch?
  5. Verlasse deine Opferrolle. Frage dich stattdessen: welches Bedürfnis möchte gerade gesehen werden? Wie kann ich selbst mir dieses erfüllen? Welche Dinge in meinem Leben tun mir gut und welche nicht?
  6. Frage dich: Nährt das, was ich lebe oder was ich gerade tun will, meine Freude oder tue ich es aus Gewohnheit?
  7. Integriere Selbstliebe- und Selbstfürsorge-Rituale in deinen Alltag
  8. Verringere deine Geschwindigkeit, in der du lebst, tu weniger Dinge und mache sie mit Achtsamkeit. Nimm dir stattdessen mehr Zeit, zu hinterfragen: warum tue ich das? Ist das richtig? Ist das menschlich? Macht es mich glücklich?
  9. Präsent sein beginnt mit Achtsamkeit und den Sinnen: was sehe ich? Was höre ich? Was rieche ich? Was fühle ich? Verweile so oft wie möglich in die Gegenwart und im Atem.
  10. Verweile mehr in echter Begegnung und Erleben: in Beziehungen, Gesprächen, in der Natur.

Falls du bei diesen Schritten Unterstützung wünschst, können wir gemeinsam tiefer und individueller an diesen Themen arbeiten. Melde dich gerne bei mir.

 


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